42 - wie Jackie Robinson die Sportwelt veränderte

B42

13.04.2021 Lesezeit: 3min

Auf den Tag genau vor 74 Jahren hob ein Profisportler eine politisierte Sportwelt nachhaltig aus den Angeln. Sein Name: Jack Roosevelt „Jackie“ Robinson.

Jackie Robinson war ein herausragender Sportler: unermüdlich, physisch stark, furchtlos und fokussiert. Er war ein Jahrhunderttalent und hätte sich aufgrund dessen nach dem College aussuchen können, in welchem Bereich er zum Profisportler aufsteigen wollten. Ob im Basketball, im Football, im Baseball oder in der Leichtathletik überall standen ihm die Türen theoretisch weit geöffnet. Jedoch nur theoretisch. Denn Jackie Robinson war eine Person of Color (PoC) und wurde – wie alle anderen, die nicht der weißen Hautfarbe entsprachen – im Amerika der Nachkriegsjahre von etlichen Dingen ausgeschlossen. Gesellschaftlich, politisch, kulturell und eben auch sportlich.

 

 

Doch Jackie Robinson glaubte fest an seine Ziele und vor allem glaubte er an sich. Am 15.04.1947, nach Jahren in einer unterklassigen „Negro League“ durchbrach er als erster Profisportler diese eiserne Schranke als er mit der Nummer 42 auf dem Rücken das Spielfeld für das Baseballteam der Brooklyn Dodgers betrat – und im Anschluss daran komplett überzeugte. So wurde er nach seiner Debütsaison prompt zum Rookie of the Year, sechsmal zum MLB All-Star und gewann die World Series.

Es ist genau diesem Schlussmoment in der Sportgeschichte zu verdanken, dass mittlerweile Sportler*innen unabhängig von Hautfarbe, Milieu, Geschlecht, sexueller Gesinnung oder Religion gemeinsam auf dem Platz stehen können. Ein Moment, für welchen die Nummer 42 steht und welcher jährlich am 15. April von einer Vielzahl von Sportbegeisterten gefeiert wird.

 

Ludwig Räuber trägt die Nummer 42 im Herzen und auf der Haut

Ludwig Räuber, einem talentierten Fußballspieler, der mittlerweile bei der TSG Hoffenheim arbeitet und beim FC Zuzenhausen spielt, ging die Geschichte von Jackie Robinson unter die Haut. So sehr, dass er sie sich mit Tinte auf der Haut verewigen ließ.

 

 

„Ich betrachte jeden Menschen als gleichgestellt und wertvoll“

Für den mittlerweile 26-Jährigen war die Integration von und das Einsetzen für Außenseiter, Ärmere oder Andersartige schon immer ein großes Thema. „Ich betrachte jeden Menschen als gleichgestellt und wertvoll – besser oder schlechter gibt es in meinem Wortschatz nicht. Erst recht nicht aufgrund von Herkunft, Glaubensrichtung, sozialen Standards oder Anerkennung der Gesellschaft.“

Dieser Charakterzug erhält gerade auch im Fußball als Sportart, die die unterschiedlichsten Menschen zusammenbringt, seine Bedeutsamkeit. So lernte Ludwig Räuber, der von den meisten „Wiggerl“ genannt wird, seine besten Freunde 2008 bei einem Probetraining kennen.

 

 

Wenn er von ihnen spricht, wird schnell klar, wozu Fußball fähig ist. Es bedarf lediglich einem Ball und der richtigen Einstellung um Unterschiedlichkeiten unbedeutend werden zu lassen. Denn unterschiedlicher könnten die Vergangenheiten der drei Freunde nicht sein. Während Wiggerl als privilegierter Weißer aufwuchs, sind Hamza und Mohamad als somalische Kriegsflüchtlinge ohne Eltern allein nach Deutschland gekommen.

Inzwischen sind beide mit der Hilfe von Wiggerl und seiner Familie hervoragend integriert und stehen erfolgreich im Leben: „Mo und Hamza sind beide für mich mehr als nur Freunde – sie sind für mich wie Brüder. Egal ob bei Familienfeiern, an Weihnachten (obwohl beide Moslems sind) oder bei Besuchen meiner Verwandtschaft sind beide heute noch immer dabei.“

 

„Ich will Jackie Robinsons Geschichte erzählen“

Als Wiggerl 2014 zum ersten Mal die Geschichte von Jackie Robinson hörte, war er sofort ergriffen. Eine Ausnahmesportler, der sich mit unbändigem Willen gegen Beleidigungen, Gewalt und Diskriminierung durchgesetzt hat.

„Mit dem Tattoo der 42 auf meinem Oberarm will ich für Toleranz, Integration und Wille stehen. Jedes Mal, wenn ich auf den Platz gehe. Auch hier in Deutschland. Ich will diese Geschichte erzählen und damit ein Stück weit zur Aufklärung beitragen. Mit der Hoffnung, dass Ungleichheit und Diskriminierung irgendwann keinen Raum mehr finden.“

 

Rosenheim, Ingolstadt, Hoffenheim – ein spannender Karriereweg

Neben der für ihn selbstverständlichen, vorbildlichen sozialen Einstellung und seinem daraus hervorgehenden Engagement machte Wiggerl zusätzlich auf dem Platz von sich Reden.

 

 

Zu klein, zu schmächtig: Ludwig Räubers roter Faden

Seine Fußballlaufbahn begann im Alter von fünf Jahren. Und eines war dabei auffällig: egal in welcher Jugendmannschaft er spielte, er war immer der Kleinste und Schmächtigste. Dennoch und vielleicht auch gerade deshalb zog er die Blicke auf sich. Jahr für Jahr wird er zu Probetrainings beim FC Bayern München und beim TSV 1860 München eingeladen. „Es war frustrierend. Mir wurde immer eine sehr gute Technik, gute Schnelligkeit und Spielintelligenz attestiert. Nur körperlich – so das Kredo – reichte es nie. Bitter für einen Jugendlichen, der sich nicht aussuchen kann, wann er wächst.“

Doch wie für sein großes Vorbild mit der Nummer 42 war für Wiggerl Räuber aufgeben keine Option. Er wechselte schließlich zum TSV 1860 Rosenheim und schaffte dort später mit 17 Jahren den Sprung in die Regionalliga.

 

Profiluft in Ingolstadt

2013 folgte dann der nächste Karriereschritt beim FC Ingolstadt 04 – die Profikarriere in greifbarer Nähe. „Meine Zeit beim FCI war enorm spannend. Der Club hatte seine erfolgreichste Zeit und auch ich konnte mich in der U23 zum Stammspieler entwickeln und gehörte bei Testspielen immer dem Bundesligateam an.“ Doch eine Sache verfolgte ihn weiterhin: Zu schwach, zu schmal, zu wenig körperlich.

Der Verein hatte Vertrauen in die Qualitäten des Allrounders, der sowohl im Mittelfeld als auch in der Verteidigung alle Position bekleiden konnte. Deshalb gab es für ihn ab der zweiten „Schanzer-Saison“ zusätzliches Krafttraining.

Nach drei Jahren, knapp 100 Regionalligaspielen und einiger zerplatzter Wechselmöglichkeiten verließ Ludwig Räuber den FCI und ging zurück nach Rosenheim.

Wenn Wiggerl über diese Zeit spricht, zieht er folgendes Resümee: „Wie immer in meinem Leben gilt auch hier: ich nehme ich jede Situation an und mache das Beste daraus.“ Und das bedeutete in diesem Fall für ihn: Studium und Regionalligafussball.

 

 

Dem Ruf der TSG 1899 Hoffenheim gefolgt

Aus dem Nichts dann plötzlich der Anruf eines Bundesligisten. Die Sinnsheimer waren jedoch nicht primär an seinen fußballerischen Fähigkeiten interessiert, sondern eher an seinem kaufmännischen Geschick.

So war man zu dieser Zeit in der Lizenzspieler- und Merchandising-Abteilung auf der Suche nach einer Person, die eine neue Marke namens Umoja leiten soll. Dieses Klamottenlabel macht es sich zur Aufgabe Kleidung zu produzieren, die zu fairen Gehältern in Afrika hergestellt und bei dem die Erlöse in Infrastruktur, Schulen und Trinkwasser zurückfließen.

Ein Job wie gemacht für ihn – für seine Stärken. Für seine Ideale.

Trotzdem bleibt die Wehmut: „Natürlich blutet das Herz, wenn ich aus dem Fenster schaue und sehe, wie die Jungs – ob U23 oder Profis – täglich ihrer Leidenschaft nachgehen können. Und zwar unter perfekten Bedingungen.“

Derzeit spielt, soweit man im Jahr der Pandemie davon sprechen kann, Ludwig Räuber beim ortsansässigen FC Zuzenhausen.

Für die Zukunft will er sich jedoch nicht ausschließen nochmal einen persönlichen Re-Start zu wagen. Denn schließlich sei er körperlich so stark wie noch nie in seiner Karriere.

 

 

Training mit der B42 als GAMECHANGER

Zu Wiggerls mittlerweile starken körperlichen Konstitution hat auch B42 und seine Trainingsprogramme beigetragen, denn seit der Gründung zählt er zu den stetigen Nutzern der Trainings-App.

„In meinem zweiten Jahr in Ingolstadt habe ich gemerkt, dass ich nun endlich auch körperlich ‚bereit‘ für Krafttraining war. Von da an habe ich regelmäßig trainiert und schnell Veränderungen auf dem Platz wahrgenommen. Mit der App habe ich dann in der Corona-Zeit noch intensiver trainiert – und es bis jetzt beibehalten.“

Egal ob GAMECHANGER oder Übungen aus dem freien Bereich – die Trainingsapp ist ein nicht mehr wegzudenkender Begleiter.

 

 

Sei auch DU die Nummer 42

Die Nummer 42 prägt Wiggerl bis heute. Es war sein erstes Tattoo und selbst wenn es mittlerweile im Vergleich zu den neu gestochenen etwas an Farbe eingebüßt hat, ist es für ihn immer noch von der gleichen Bedeutung: „Wenn ich nicht das Trikot mit der Nummer 42 trage, trage ich es auf der Haut.“

Mittlerweile – zwanzig Tattoos später – wird er mit Abstand am häufigsten auf eben jene zwei Ziffern auf seiner Haut angesprochen.

„Diese Nummer ist mein Lebensweg. Sie prägt mich tagtäglich auf und neben dem Platz. Menschen zusammenzuführen, zu integrieren und zu tolerieren ist meine Mission.“

 

Ludwig „Wiggerl“ Räuber ist die Nummer 42 – sei du es auch!

 

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