Leistungstests im Fußball

B42

30.09.2021 Lesezeit: 3min

Leistungsüberprüfungen gehören zu einer guten Trainingssteuerung im gehobenen Amateur- und natürlich im Profibereich. Aber nicht nur in diesem Bereich ist eine Überprüfung der Leistungsfähigkeit nötig. Wer kennt nicht die Bilder, wenn ein neuer Spieler verpflichtet werden soll und dieser voll verkabelt und mit Atemmaske auf einem Laufband unterwegs ist?!

Die Wichtigkeit der Testung von physischen Parametern im Leistungsfußball bezieht sich dabei zum einen auf die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit zu bestimmten Zeitpunkten (Vorbereitung, nach der Vorbereitung etc.), doch zum anderen dienen einige Testate auch dazu, die physische Bereitschaft innerhalb kleinerer Zeitabstände zu erfassen (= Monitoring).

Wie ein solcher Testrahmen im Profibereich konkret aussehen kann, hat uns U21 Athletiktrainer Raphael Schuler vom Schweizer Erstligisten FC St. Gallen verraten. Es werden pro Jahr vier „große“ Testdurchläufe anberaumt, die jeweils vor und nach der Vorbereitung anstehen. Die Spielerinnen durchlaufen einen YOYO-intermitted recovery Test (Ausdauer), einen 40m Sprint (inklusive Abschnittzeitenmessung) sowie einen 5-10-5 Richtungswechsel-Test. Saisonbegleitend werden weiterhin noch die Kraft- und Sprungwerte der Spielerinnen gemessen, um eine differenzierte Aussage über ihren aktuellen körperlichen Zustand treffen zu können. Alle Ergebnisse fließen dann in die individuelle- oder mannschaftsübergreifende Trainingsplanung ein.

Egal ob nun Profispielerin oder Amateurin, in jedem Fall sollen Leistungstests vorwiegend eines tun: Sie sollen den IST-ZUSTAND der körperlichen Leistungsfähigkeit zum Zeitpunkt der Untersuchung diagnostizieren.

In diesem Blog-Artikel soll es weniger um spezifische Tests gehen, sondern darum, zu definieren, wieso eine punktuelle Überprüfung gewisser Parameter sinnvoll sein kann und welche Parameter wir als B42 in unsere Test-Batterie aufgenommen haben.

 

Wie bereits erwähnt soll ein Leistungstest einen Überblick über die momentane Verfassung der Spielerinnen geben. Es ist eine Inventur von bestimmten körperlichen Merkmalen. Aus der IST-ZUSTAND-Erhebung sollte dann der gewünschte SOLL-ZUSTAND der Spielerinnen abgeleitet werden. Denn nur wenn eine Zielgröße definiert ist, ergibt es Sinn den IST-ZUSTAND zu ermitteln.

Doch keine Angst, die Zielgröße kann auch sein, sich im Vergleich zur IST-Erhebung zu verbessern. Im Profisport gibt es eine unzählige Flut an Daten, die die Trainer*innen als Referenzpunkte für ihr eigenes Team verwenden können: Laufleistung pro Spiel (in km), Sprints pro Spiel, Passfrequenz, Sprungleistungen, Kraftwerte und vieles Mehr.

Insofern, wie z.B. im Amateursport, kein oder wenige Referenzwerte vorhanden sind, können Trainer*innen nach dieser Formel einen SOLL-ZUSTAND formulieren:

 

Ziel + Ausmaß + Zeit = SOLL.

Beispiel:

Ausdauerleistungsfähigkeit steigern (z.B. Beep Test) + 2 Runden mehr + 4 Wochen = SOLL.

Dieses Beispiel soll natürlich nur eine allgemeine Referenzmöglichkeit dienen und ist keinesfalls allgemeingültig.

In der Trainingslehre/Wissenschaft hat es sich, unabhängig von der Sportart, etabliert, die Kategorien der motorischen Fähigkeiten Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und Schnelligkeit zu evaluieren (vgl. Fleishmann, 1972).

In welchem Ausmaß die verschiedenen Kategorien in den Tests gewichtet werden hängt einerseits von der Sportart und andererseits von der Expertise, Erfahrung und der persönlichen Präferenz der Trainer*innen ab.

Für den Fußball bedeutet dies, dass sich Trainer*innen vorab mit der Analyse des Spiels befassen müssen, um zu identifizieren, was sie mit den Tests herausfinden möchten und wie die Ergebnisse in das Training einfließen könnten.

Damit kommen wir zur zweiten großen Säule der Leistungsüberprüfung: die Trainingssteuerung.

Nichts ist schlimmer als ein Test, dessen Ergebnis dann für das weiterführende Training hat nicht berücksichtigt wird.

Eine Abfolge von Tests sollte den Trainer*innen nicht nur dazu dienen, die Spieler in eine Testsituation zu bringen, ist also kein Selbstzweck. Die Ergebnisse sollten den Handelnden eine solide Informationsbasis liefern, von der aus sie das zukünftige Training abhängig machen.

Wenn zum Beispiel bei der Überprüfung der Ausdauerleistungsfähigkeit herauskommt, dass das Team, im Durchschnitt, über eine unzureichende „Ausdauer“ verfügt, so wäre die Interventionsmaßnahme womöglich eine Zunahme der Intensität- oder des Umfangs der Trainingseinheiten.

Ferner ist bei der Umsetzung der Leistungstests, egal auf welchem Niveau, eine stabile Testumgebung wichtig.

Die Rahmenbedingungen sollten daher so reproduzierbar wie möglich sein, damit man die einzelnen Ergebnisse überhaupt miteinander vergleichen kann. Wenn z.B. der Sprinttest zum Vorbereitungsstart zunächst auf einer Tartanbahn durchgeführt wird, so sollte der gleiche Test, zum Ende der Vorbereitungszeit, nicht auf einem Rasenstück mit Gefälle stattfinden. Manche Rahmenbedingen kann man weitaus besser kontrollieren (Untergrund, Equipment, Termin) als Andere (individuelle Stressfaktoren wie Ernährung, Müdigkeit, Arbeitsbelastung oder das Wetter).

Es gibt drei Gütekriterien von Testungen/Messungen, aus denen sich wiederum drei Fragen ableiten lassen. Validität, Reliabilität und Objektivität:

  1. Misst der Test, was er messen soll?

    • Will ich meine Ausdauerleistung messen, so nützt ein Klimmzugtest leider nix.

  2. Liefert der Test unter den gleichen Bedingungen ähnliche Ergebnisse?

    • 30m Sprint auf nassem Rasen = 4,6s

    • 30m Sprint auf Tartanbahn = 3,4s

  3. Kann ich die eine Beeinflussung der Ergebnisse durch die beteiligten Personen oder mir selbst ausschließen?

Natürlich müssen wir als B42, an der ein oder anderen Stelle gewisse Grauschattierungen bei der Auswahl unserer Testreihe zulassen, da für gewisse Tests ein horrendes Maß an teuren Messinstrumenten nötig wäre. Dennoch halten alle von uns in der Testreihe aufgenommenen Einzeltests den genannten Gütekriterien stand.

 

Der Sinn eines Leistungstests ist also die Bestimmung des momentanen IST-ZUSTANDES, auf dessen Basis die Trainingssteuerung stattfindet. Genau das sollt IHR nun mit unserer Leistungsüberprüfung herausfinden können. Wir schaffen für euch die optimalen Voraussetzungen, um euch in den Bereichen  Ausdauer, Beweglichkeit, Kraft und Schnelligkeit selbst zu evaluieren, um im Anschluss an diese individuelle Bestandsaufnahme das bestmögliche Programm für eure persönliche Leistungssteigerung zu finden.

 

Be fearless. Be focused. B42

 

 

Die Jugendabteilung des FC St. Gallen gehört zu den besten des Landes. Sie ist eine von 7 Jugendzentren die 2019 das SFV-Zertifikat „Leistungszentrum SFV“ erhielten.

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