Rassismus bleibt Teil des Fußballs 

B42

09.12.2020 Lesezeit: 3 min

ES IST NOCH EIN LANGER WEG ZU GEHEN 

 

Bei der gestrigen Champions-League-Partie zwischen Paris Saint-Germain und Istanbul Başakşehir kam es zu einem folgenschweren Eklat. Ein Betreuer der Gästemannschaft wurde vom vierten Offiziellen vermeintlich rassistisch beleidigt. Der Vorfall wirft ein dunkles Licht auf den Kampf gegen den Rassismus im Fußball - wieder einmal. 

 

Paris Saint-Germain vs. Basaksehir - die Lehren daraus:

Am Tag darauf bleibt nur Kopfschütteln - angesichts dessen, was von den Diskussionen vor den beiden Betreuerbänken des Pariser Prinzenpark zu vernehmen war. Auch wenn der Vorfall in der Kürze der Zeit noch nicht vollständig und abschließend aufgearbeitet und diskutiert ist, so lassen sich schon jetzt drei Lehren daraus ziehen:  

1. Wenn selbst die vermeintlich Vernünftigsten auf dem Platz, die Schiedsrichter, nicht von Rassismus gefeit sind,macht dies deutlich, wie viel Arbeit noch vor uns ist, um menschenverachtendes Verhalten im Fußball auszumerzen.UEFA 

 

2. Wenn ein solcher Eklatin der Champions League passiert, selbst dort rassistische Sprach- und Denkmuster anzutreffen sind, braucht es nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, was außerhalb der Corona-bedingten Zwangspause auf den Amateursportplätzen regelmäßig vor sich geht. Und das wir noch einen weiten Weg zu gehen haben. 

 

3. Es sind nicht immer die direkten rassistischen Beleidigungen oder die Verunglimpfungen, es ist der subtile Rassismus des Alltags, der das eigentlich Problem unserer Gesellschaft ist. 

Wer den Unterschied nicht versteht sollte mal bei Demba Ba nachfragen und es sich erklären lassen: 

Menschen auf Grund ihrer Hautfarbe oder sonstiger zufälliger körperlicher Merkmale zu definieren und sortieren ist rassistisch!

Und für die betroffene Person immer verletzend! 

 

4. Positiv lässt sich festhalten: Nach Betrachtung der Fernsehbilder, nach Analyse der zuvernehmendenAussagen von Spielern und Betreuern scheint klar: Beide Mannschaften haben vorbildlich reagiert.

Sie haben sich gegenüber dem Geschädigten solidarisiert und schnell verstanden, dass es gerade um mehr geht als ein Gruppenspiel der UEFA Champions League. Das verdient Respekt – und das macht trotz allem ein wenig Hoffnung. 

 

Fußball als Spiegelbild unserer Gesellschaft

Wieder einmal muss deutlich werden, dass der Fußball als populärste Sportart in Europa ein Spiegelbild der Gesellschaft ist. […] Genauso wie er als Vorbild dienen kann, ist er oftmals auch Plattform für menschenverachtendes Verhalten.

Er integriert – und hat gleichzeitig desintegrierende Elemente. Er kann Menschen unterschiedlichster Herkünfte, Bildungsgrade, Einkommensverhältnisse, Religionen zusammenbringen. Er kann aber auch seine hässliche Fratze zeigen - in Form von Affenlauten, rassistischen Beleidigungen in der Kreisliga oder, subtiler, in Form eines blöden Spruchs in der Umkleidekabine

 

 

 

Was gestern in Paris vorgefallen ist, passiert regelmäßig auf den Fußballplätzen der Republik – nur ohne Fernsehberichterstattung, mediale Diskussion und anschließenden kritischen Diskurs.  

 

Jede*r Einzelne ist gefragt - sag NEIN zu Rassismus

Wir alle müssen uns dann groß machen – und einschreiten. Auf dem Fußballplatz genauso wie an der Supermarktkasse, auf der Straße oder in den sozialen Medien.  

B42 will eine der Stimmen sein. Wir haben uns von Anfang an auf die Fahnen geschrieben, uns klar und entschieden gegen RassismusNationalismusAntisemitismus und alle anderen Formen menschenverachtenden Gedankenguts zu positionieren. 

Den Fußballplatz als das zu verstehen, was er sein sollte: ein Ort, an dem Menschen mit verschiedensten persönlichen Hintergründen ihrer Leidenschaft nachgehen – nach klaren Regeln und auf der Basis eines gemeinsam verstandenen Wertefundaments, bei dem Respekt, menschlicher Anstand, Fairness, Gleichheit und Gerechtigkeit gelebt werden.  

Für uns ist Anti-Rassismus essentieller Bestandteil unseres Wertefundaments. Er ist Teil unseres Namens 

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