Wir sagen Kopfverletzungen im Fußball den Kampf an - JETZT!

B42

30.09.2021 Lesezeit: 3 min

Für unsere Nationalmannschaft ist die Europameisterschaft nach dem biederen Ausscheiden gegen England vorbei. Eine Szene blieb uns jedoch in Erinnerung. Es war kein spielentscheidendes Tor oder ein diskussionswürdiges Foulspiel. Es war ein normaler Zweikampf, der genauso auch regelmäßig auf vielen Amateursportplätzen stattfindet:

Im EM-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Weltmeister Frankreich läuft die 55. Spielminute. Joshua Kimmich schlägt eine Flanke von rechts auf den zweiten Pfosten, wo Robin Gosens auf Tor köpfen möchte – und Benjamin Pavard den Ball per Kopf klären will.

Es folgt ein Zweikampf, bei dem Pavard von Gosens mit dem Knie am Kopf getroffen wird. Eine harte Aktion – im Fußball jedoch an der Tagesordnung.

Der Franzose fällt wie ein nasser Sack zu Boden, bleibt regungslos und zunächst auch unbeachtet liegen. Nach kurzer Behandlungspause und etwas Wasser in den Nacken spielt er aber weiter. Nach dem Spiel gibt der Bayern-Verteidiger an, dass er bestimmt für zehn bis fünfzehn Minuten bewusstlos gewesen sei.

Im Vorfeld der EM etablierten die Verbände in Zusammenarbeit mit der UEFA die sogenannte „Concussion Charter“ (concussion – Gehirnerschütterung).

Wäre man dieser im Fall von Pavard gefolgt, hätte der Weltmeister auf jeden Fall nicht mehr weiterspielen dürfen. Dieses aktuelle Beispiel zeigt uns, wie sorglos im Fußball mit Kopfverletzungen umgegangen wird - und wie weit der Rückstand auf andere Sportarten ist.

Das Concussion-Protocol der NFL

In den USA sind bei jedem NFL-Spiel zwei Personen anwesend, sogenannte „Spotter“, deren Aufgabe darin besteht, Spieler mit Kopfverletzungen zu identifizieren und an die jeweilige medizinische Abteilung des Teams zu melden.

Sie haben sogar die Möglichkeit eine Auszeit zu nehmen, um den Spieler untersuchen zu können. Tritt bei dieser Untersuchung eines der typischen Symptome einer Gehirnerschütterung auf, muss der Spieler einen Test machen. Die Ergebnisse werden anschließend mit jenen Resultaten verglichen, die der Spieler in einem klaren Zustand erreicht hat.

Werden hierbei Unregelmäßigkeiten festgestellt, geht es für den Spieler für weitere Untersuchungen in die Kabine. Eine Rückkehr ins Match ist erst nach Freigabe des Ärzte-Stabs, eines neutralen Neurologen sowie nach erneuter Begutachtung der Szene möglich.

Wichtig ist hierbei das Wort „neutral“, denn Trainer und Ärzte entscheiden meistens nicht im Sinne des Spielers, sondern im Sinne des Erfolgs.

 

Mehr Wechsel bei Kopfverletzungen

Ein erster Schritt in die richtige Richtung im Fußball wurde mit der Testphase der FIFA und der IFAB gemacht, die eine zusätzliche Auswechslung bei einem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung erlaubt.

Während die Testphase in der Premier League genutzt wird, hat sich die DFL dagegen entschieden. Man muss jedoch erwähnen, dass aufgrund der Corona-Pandemie in Deutschland derzeit 5 Auswechslungen erlaubt sind, wohingegen es in England bei den vorherigen 3 Auswechslungen geblieben ist.

Die zusätzliche Auswechslung wäre bei der Kopfverletzung von Pavard wohl auch nicht nötig gewesen, weil die Franzosen bis zu diesem Zeitpunkt ohnehin noch nicht gewechselt hatten.

Aber vielleicht hätte Trainer Deschamps gemeinsam mit dem Ärzte-Stab anders entschieden, wenn es die Möglichkeit gegeben hätte. Fraglich...

Forschungsarbeit von Florian Härter mithilfe von B42 zum Thema Kopfverletzungen

Doch wie sieht das ganze bei uns im Amateurfußball aus? Ist das Thema der Gehirnerschütterungen auch hier präsent? Und wie MUSS man auf bestimmte Symptome reagieren, um dem Teamkollegen oder einem Gegenspieler zu helfen?

Genau das möchte ich in einer Forschungsarbeit herausfinden. Mein Name ist Florian Härter, ich spiele seit ich laufen kann Fußball und trainiere seit knapp 2 Jahren mit B42. Ich würde mich freuen, wenn du mich bei der Arbeit unterstützt und das Thema im Amateurfußball somit mehr Aufmerksamkeit bekommt, denn die möglichen Folgen sind gravierend.

Hier findet ihr den Link, auf dem ihr den Fragebogen, auf dem meine Arbeit basiert. Natürlich folgt nach Auswertung der Ergebnisse ein weiterer Blogbeitrag, in dem ich die Ergebnisse präsentiere.

 

Über den Autor

Florian Härter ist 27 Jahre alt und ist seit er laufen kann, dem Fußball verfallen. Der Kieler schreibt derzeit an seiner Masterarbeit auf dem Gebiet der Sportwissenschaft zum Thema Kopfverletzungen im Fußball.

Florian erlitt in seiner Karriere zwei Kreuzbandrisse, wodurch er im Bereich Rehabilitation und Prävention viel (eigene) Erfahrung hat sammeln dürfen – oder müssen.

Seit zwei Jahren trainiert er regelmäßig mit der B42-Trainingsapp.

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