Ein Trainingsprogramm speziell für Frauen: der Gamechanger Women ist da!

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24.02.2020 Lesezeit: 3min

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Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Frauen im Fußball für ihre Leistungen die gleiche Wertschätzung wie Männer bekommen.
Genauso selbstverständlich sollte es auch sein, dass sich ein Trainingsprogramm an die Bedürfnisse der weiblichen Anatomie und Physiologie orientiert. Genau deshalb haben wir Gamechanger-Trainingsprogramme für Winterpause, Vorbereitung und Saison speziell für Frauen entwickelt.


Mehr dazu erfährst du in unserem heutigen Blogbeitrag

„Es ist einfach gut, wenn es eine absolute Selbstverständlichkeit ist, dass Mädle kicken“ – mit diesen Worten brach Freiburgs Trainerlegende und Badenser Unikat, Christian Streich, eine Lanze für Frauen im Fußball.  Zu Recht, wie wir finden!

Und so wie es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass Frauen im Fußball für ihre Leistungen die gleiche Wertschätzung wie Männer bekommen, sollte es auch sein, dass sich ein Trainingsprogramm an den Bedürfnissen der weiblichen Anatomie und Physiologie orientieren sollte.

Genau deshalb haben wir Gamechanger-Trainingsprogramme für Winterpause, Vorbereitung und Saison speziell für Frauen entwickelt.

Ab jetzt verfügbar.

Frauen sind anders. Frauenfußball ist anders.

Frauenfußball ist anders. Auch weil Frauen anders sind – anatomisch und physiologisch. Deshalb muss Training für Frauenfußball auch anders sein. Ein Vergleich zwischen beiden Disziplinen ergibt demnach überhaupt keinen Sinn. Mit der selben Geschwindigkeit über das halbe Spielfeld sprinten wie Timo Werner, für Frauen in diesem Ausmaß schlicht und ergreifend nicht möglich.

Daher und gerade deshalb darf man nicht den Fehler machen, ein Frauen- mit den Augen eines Herren-Championsleague-Spiels zu betrachten, es vielleicht sogar in den direkten Vergleich zu setzen. Es würde aufgrund unterschiedlicher Eingangsvoraussetzungen den außerordentlichen Leistungen der Spielerinnen keinesfalls gerecht werden.

Fakt ist: Fußballspielerinnen erfahren stetig strukturelle Benachteiligungen – und diese nehmen sogar noch zu.

Mit unserem geschlechtsspezifischen Performance-Programm Gamechanger Woman wollen wir einen kleinen Teil, unseren kleinen Teil dazu beitragen, dass Frauen auf dem gleichen Niveau trainieren, sich auspowern und verbessern können, wie ihre männlichen Gegenüber. Unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede in Anatomie und Physiologie.

Frauen jammern seltener – verletzen sich jedoch schwerer

80 Spielminute, eine 2:1 Führung im Rücken, ein Foul auf Höhe der Mittellinie, minutenlange Verletzungsunterbrechung. Misst man die Zeit, die gefoulte, männliche Spieler Schmerz-überströmt auf dem Platz kauern, könnte man meinen, dass sich Herren im Profifußball schwerwiegender verletzen.

Studien belegen jedoch, dass Männer – relativ gesehen – zwar längere Verletzungsunterbrechungen einfordern, die Schwere der Verletzungen bei Frauen jedoch höher ist.

Dramatische Leidensmienen sind also kein evidenter Beleg für den Schweregrad von Verletzungen. Eine Sache ist jedoch definitiv signifikant: Rupturen am vorderen Kreuzband sind bei Frauen – bezogen auf die Spiel- und Trainingszeiten – viermal häufiger als bei Männern. Eine Erkenntnis, die ebenfalls für Verletzungen an Sprunggelenk und Meniskus bewiesen wurde.

Unterschiede in der Anatomie als „körperliche Sollbruchstelle“

Fasst man wissenschaftliche Studien zusammen, sind es primär muskuläre Disparitäten, also Ungleichheiten, zwischen Streck- und Beugemuskulatur. In der Fachsprache nennt man dies auch den H(Hamstring)-Q(Quadriceps)-Ratio.

Die weibliche Anatomie verantwortet demnach eine stärker ausgeprägte Oberschenkel-Vorderseite, was zu einer stärkeren Belastung des Kreuzbandes führt. In einer Stop & Go-Sportart wie Fußball stellt ein solches neuromuskuläres Ungleichgewicht ein enormes Risiko dar, da mehr als Zweidrittel aller Schäden beim Stabilisieren nach Sprüngen, nach abruptem Abstopp Aktionen oder unmittelbaren Dreh-Streck-Bewegungen entstehen.

Außerdem tendieren Frauen stärker zu X-Beinstellungen des Kniegelenks, was – in Bewegung sogar akzentuiert – das vordere Kreuzband noch anfälliger macht.

Auch das Schuhwerk gilt es zu beachten

Frauen, das dürfte weitestgehend auch der männlichen Bevölkerung bewusst sein, bewegen sich gemeinhin eleganter – auch beim Sport. Ungünstig wird dieser Vorteil jedoch, wenn es um den Richtungswechsel geht. Spielerinnen vollziehen ihren Change-of-Direction häufig auf einem Bein, wodurch man eine starke Rotation erfährt. Männer hingegen neigen dazu, die Richtungsänderung über beide Beine zu erreichen.

Falsches Schuhwerk kann in dieser Kombination gemäß einiger Studien zu gravierenden Knieverletzungen führen.

Einfach die kleine Größe eines Herrenfußballschuhs zu nehmen, gehe laut Expertenmeinung nicht. Der Grund: Damen eine andere Fußform mit niedrigerem Rist und schmalerem Fuß.

Sind diese „falschen“ Herrenfußballschuhe zudem noch mit Stollen versehen, die starr mit der Sohle verbunden sind, wirken sie wie Widerhaken im Boden. Für einen Richtungswechsel oder eine Rotation benötigt man als Spielerin nun deutlich mehr Kraftaufwand – hat man konstitutionell leider nur bedingt.

Ein Blick in die Statistik verrät: Frauen verletzen sich vorwiegend an Bändern und Gelenken

Frauen versus Männer – obwohl ein Vergleich auf dem Spielfeld absurd zu sein scheint, muss er in der Trainingswissenschaft gezogen werden. Um das perfekte Training für Frauen zu kreieren, müssen im ersten Schritt Verletzungen respektive deren Hergänge analysiert, bewertet und künftig beachtet werden.

Im Folgenden soll deshalb gezeigt werden, welche Verletzungsmerkmale sich tatsächlich unterscheiden und worin diese vermutlich begründet sind und welche Faktoren im Frauenfußball als Verletzungsrisiken gelten.

Verletzungshäufigkeit

Bei Untersuchungen der Frauen-Fußballbundesliga wurde eine Wahrscheinlichkeit von 53 % festgestellt, sich während einer Saison beim Fußball zu verletzen – in Spiel und Training.

Der Vergleich zu Männern zeigt eine höhere Verletzungswahrscheinlichkeit, nämlich fast 75 %. Über die Umstände lässt sich spekulieren.

Eine athletischere und aggressivere Spielweise als möglicher Grund wird immerhin von den Verletzungsursachen untermauert. Obwohl beide Geschlechter im Zweikampf ihre Hauptursache für Ausfallzeiten haben, sind jene, die durch direkten Kontakt mit dem Gegner verursacht wurden, bei Männern weitaus höher als bei Frauen.

Schwere der Verletzungen

Die Frage, warum die Verletzungshäufigkeit nun bei Männern im Profisport derart höher ist, lässt sich derzeit noch nicht in Gänze bestimmen.

Der erhöhte Leistungs- und dadurch auch mentale Druck von Profispielern darf jedoch niemals fehlen, wenn der Körper plötzlich streikt und seinen Dienst quittiert.

Anders ist hingegen die Datenlage bei der Schwere von Verletzungen. Frauen weisen in dieser Kategorie trotz der selteneren Anfälligkeit einen um 5 Prozent höheren Anteil an schweren Verletzungen auf. Darunter fallen all jene Sportunfälle, die eine Teilnahme am Trainings- oder Spielbetrieb für einen Zeitraum von mindestens vier Wochen unmöglich machen.

Verletzungsregionen

Man wird weder ein sportwissenschaftliches Masterstudium noch hellseherische Fähigkeiten besitzen müssen, um sich erklären zu können, dass im Fußball die meisten Verletzungen an den unteren Extremitäten vorkommen.

Und dennoch ist die Lokalisation der schweren Verletzungen interessant. Frauen verletzen sich hauptsächlich an Knie und Sprunggelenk – Männer an Oberschenkel und Leiste.

Daraus lässt sich ein wichtiger, geschlechtsspezifischer Unterschied ausmachen: Muskelverletzungen, vornehmlich an der Rückseite des Oberschenkels, dominieren beim XY-Chromosom und Bänder- sowie Gelenkverletzungen beim Doppel-X-Chromosom.

Im Training gilt es auch, den Menstruationszyklus zu beachten

Im gleichen Sinne, wie Training auf die weibliche Anatomie abgestimmt und angepasst werden sollte, muss Training auch auf den Menstruationszyklus angepasst werden.

Für alle Fußballspielerinnen ist es absurd offensichtlich: Der körperliche Zustand ist abhängig vom Menstruationszyklus.  Mal ist man fitter, mal ist man etwas erschöpfter – Ausprägungsgrade natürlich individuell unterschiedlich. Und ebenso logisch ist, dass sich dies auch auf die sportliche Leistung auswirkt. Dass das gerade für leistungsorientierte Sportlerinnen relevant sein würde, liegt also nahe.

Vorbild Chelsea – so funktioniert Trainingssteuerung

Der FC Chelsea, zweiter in der Women’s Super League, hat die Macht oder Ohnmacht des Zyklus‘ auf sportliche Leistung erkannt und seine Spielerinnen deshalb mit individuell abgestimmten Trainingsplänen ausgestattet. Mit dem Ziel: mehr Leistung, weniger Verletzung. 

Die Idee, die Menstruationszyklen ihrer Spielerinnen mit einzubeziehen, sei Hayes laut britischen Telegraph gekommen, als man 2016 im Finale gegen den FC Arsenal verlor. „Viele unserer Spielerinnen hatten genau zu der Zeit ihre Periode. Ich erinnere mich, wie ich die Spielerinnen dabei beobachtete, (…) und dachte, dass alles entweder reaktiv oder nicht ideal war.“

Die Pille als Prävention vor Verletzungen?

Während des Menstruationszyklus unterliegt der Organismus einer Frau hormoneller Schwankungen. In einem Zeitraum von 21 bis zu 36 Tagen nimmt man Veränderungen durch mehr oder weniger stark ausgeprägte Symptome wahr.

Häufig kommt es in dieser Phase zu Wassereinlagerungen, emotionale Labilität, Kopf schmerzen und Müdigkeit. Die Medizin hält für diese Symptome einen Fachterminus parat: prämenstruelles Syndrom (kurz PMS).

Untersucht man nun die Verletzungshäufigkeit im Frauenfußball in Bezug zum Menstruationszyklus, zeigt sich vor und während der Menstruation eine höhere Verletzungsrate. Dies kann zwar durch die Einnahme der Pille phasisch verkürzt oder aber auch in der Verletzungshäufigkeit verringert werden, eine präventive Wirkung kann man der Pille jedoch wissenschaftlich gesehen nicht zusprechen.

Östrogen und Kreuzbandrisse

Einige Studien haben gezeigt, dass in der ersten Zyklushälfte deutlich mehr Kreuzbandrisse passieren. Wissenschaftlich will man dieses Phänomen mit den fluktuierenden Sexualhormonen erklären.

Vor allem, da Östrogen vermehrt in der ersten Zyklushälfte gebildet wird, lässt die Forschung annehmen, dass dadurch Festigkeiten von Bandstrukturen signifikant herabgesetzt werden. Dadurch vergrößert sich der Bewegungsspielraum im Knie und in anderen Gelenken.

Zudem soll an bestimmten Punkten des Menstruationszyklus die Muskelentspannung verlangsamt ablaufen und die Muskelermüdung schneller erfolgen.

Den Menstruationszyklus in das Training von Athletinnen miteinzubeziehen, ist ein Ansatz, der in den vergangenen Jahren mehr und mehr Aufmerksamkeit bekommt, aber noch lange nicht Usus ist. Eine der wenigen anderen Mannschaften, von der bekannt ist, dass das Konzept im Training auch eine Rolle spielt, ist tatsächlich die US-Fußballnationalmannschaft: Und die sind immerhin die aktuellen Weltmeisterinnen.

Frauen sind anders. Frauenfußball ist anders. Der Gamechanger für Frauen auch.

Wer nun denkt, dass es damit getan sein, einfach die Workload zu ändern und et voila hat man ein geschlechtsspezifisches Trainingsprogramm konzipiert, hat vermutlich die vergangenen Seiten lediglich überflogen.

Fußballtraining speziell für Frauen muss an die anatomisch-physiologischen Bedürfnisse von Spielerinnen angepasst werden – die Workload unterscheidet sich hingegen kaum.

Muskuläre Ungleichheiten beheben – Verletzungen vermeiden

Anatomisch muss man also in ein Trainingsprogramm für Fußballerinnen das Ungleichgewicht zwischen Strecker und Beuger ausgleichen, die Beinachse und damit die X-Beinstellung korrigieren sowie die Muskelermüdung so weit wie nur möglich aus Spiel oder Training verbannen.

Im Gamechanger speziell für Frauen wurde dies komplett berücksichtigt.

Somit finden sich darin etliche Übungen, die vor allem die Rückseite der Oberschenkelmuskulatur sowie den Musculus vastus medialis gezielt kräftigen. Allein damit können schwerwiegende Kreuzbandverletzungen um mehr als 50 Prozent gesenkt werden. Außerdem sind in der weiblichen Variante des Performance-Programms kräftigende sowie plyometrische Übungen eingebaut, die sich am Anforderungsprofil für Fußballerinnen orientieren und neuromuskuläre Verbesserungen erzielen – vor allem für die stützende Gelenkmuskulatur bei Landungen, Sprints und Richtungswechsel.

Menstruationszyklus respektieren – Verletzungen vermeiden

Zu guter Letzt wurde im Frauen-Gamechanger ein „Menstruationsmodus“ implementiert. Wie auch einer der besten Fußballclubs im Frauenfußball, der FC Chelsea, respektieren wir hormonelle Schwankungen im weiblichen Organismus.

Im Gamechanger benötigt man einen Klick: Per Switch-Modus wechselt man leicht und bequem auf eine sensitivere Trainingskonzeption – und wieder zurück.

Im Gamechanger gilt für uns:

Die Unterschiede in der Anatomie lassen sich nicht ändern, die Übungen im Training schon. Damit jeder – unabhängig von Geschlecht oder Alter – für seine persönlichen Ziele das Maximum herausholen kann.

Für uns und unsere Sportart macht es nämlich überhaupt keinen Unterschied, wie groß eure Schuhe oder wie balanciert eure Muskeln sind.

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