Grätsche gegen Rechts

B42

25.03.2018 Lesezeit: 3min

„Hau den Bimbo um“. Ich kann diese Worte heute immer noch hören, als wäre es gestern gewesen, als zum ersten Mal ein Zuschauer unseren Mittelfeldstrategen verbal zu Fall bringen wollte. Ist aber schon vierzehn Jahre her. Niemand hat auf den Zwischenruf reagiert und unser Spieler wurde auch nicht umgetreten. Trotzdem hallen diese Worte immer noch nach, wenn ich an diesen heißen Sommertag denke.

Der „Bimbo“ hat vor ein paar Jahren sein Jurastudium erfolgreich abgeschlossen und arbeitet jetzt als Rechtsanwalt. Und der Zwischenrufer wird wohl noch heute im Vereinsheim nach fünf Bier über Asylbewerber schimpfen.

„Kanackensau“ war auf dem Platz auch öfter mal zu hören. Die Kanackensau war unser Abwehrchef und wenn sich unser Osmane im tiefsten niederbayrischen Dialekt fragend  „Wos host du g’sogt“ an den Gegenspieler wandte, erinnerte die Szenerie oft an ein Fernsehinterview von David Alaba. Skuril aber gleichzeitig leider immer eher traurig statt lustig.

Die jüngsten Zwischenfälle mit Michy Batshuayi haben wieder deutlich gemacht, dass auch im Profibereich das Thema nach wie vor nicht an Aktualität verloren hat. Letzte Woche unterzeichneten die 36 Profivereine die Aktion „Strich durch Vorurteile“ zum dritten Mal nach 2012 und 2015.

Wir haben uns deshalb entschlossen auch eine Kampagne zu starten, mit der wir ein Zeichen gegen den Rassismus im Amateurfußball setzen wollen. Grätsche gegen Rechts soll nicht nur auf die Problematik aufmerksam machen, sondern uns allen wieder mehr ins Bewusstsein rufen, dass wir aktiv etwas zu einer positiven Veränderung beitragen können.

 

36 Bundesligavereine sind nicht viel. 25.000 Amateurclubs dagegen eine ganze Menge.

 

Fast 7 Millionen Menschen sind in den deutschen Amateurvereinen organisiert, deutlich mehr begeistern sich deutschlandweit für diesen Sport. Lass uns zusammen den Hetzern, die heute noch mit Wörtern wie „Bimbo“ und „Kanackensau“ um sich werfen, deutlich machen, dass sie nichts mit uns gemeinsam haben.

Der Fußball hat in den letzten Jahren in diesem Bereich unglaubliche Beiträge geleistet und vielen jungen Menschen Hoffnung gegeben. Durch die Integration der Kriegsflüchtlinge in die Amateurvereine haben diese dazu beigetragen, Berührungsängste abzubauen und die Menschen Anschluss finden lassen.

Das Training und die neunzig Minuten auf dem Fußballplatz, in der unser Sport eine gemeinsame Sprache darstellt, sind ein guter Anfang um Vorurteilen entgegen zu wirken und ein „Team“ zu werden. Egal in welchem Land wir geboren wurden, welche Sprache wir sprechen und unabhängig von unserer Hautfarbe.

 

Wir wollen durch eine positive Grundstimmung eine Veränderung erwirken.

„CHANGE YOUR GAME“ steht auch für „CHANGE YOUR MIND-GAME“.

Mit Grätsche gegen Rechts setzt du dafür ein Ausrufezeichen !

 

Eine Veränderung der Gedanken, die dabei helfen soll, die Mauer in den Köpfen verschwinden zu lassen. Und die uns erinnern soll, offensiv und konsequent die Zwischenrufer mit ihrem Verhalten zu konfrontieren.

 

Unser Sport vereint uns und gemeinsam können wir eine gute Sache auf den Weg bringen. Deshalb wollen wir mit der Aktion Grätsche gegen Rechts ein Zeichen gegen den Rassismus im Amateurfußball setzen und ein deutliches Signal senden. An unsere neuen Mitspieler, aber auch an alle Zwischenrufer.

Das Foto unserer Nationalmannschaft steht für mich für einen unglaublichen Erfolg. Für das was Deutschland sein kann: ein Land, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft Grenzen überwinden und gemeinsam Großes schaffen können. Wie zum Beispiel den Weltmeistertitel gewinnen.

 

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