Kreuzbandriss im Fußball

B42

02.05.2021 Lesezeit: 3 min

Was jetzt zu tun ist und wie du schnell wieder fit wirst

Ein Knacken im Knie, ein Ploppen oder gar ein lauter Knall. Dieser Moment, wenn einem klar wird, es ist etwas passiert.

Es sind keine schönen Sekunden. Das Schwanken zwischen Hoffen und Bangen. Was ist kaputt? Es wird doch hoffentlich kein Kreuzbandriss sein!

Jede*r Betroffene kennt dieses Gefühl. Kein Gutes, das ist gewiss. Doch was nun? Zunächst ist wichtig, die sportliche Aktivität sofort zu unterlassen. Eine leicht einprägsame Grundformel, bevor Gewissheit über die Verletzung herrscht, ist die „PECH-Regel“: Pause. Eis. Compression. Hochlagern.

Auch beim Befolgen dieser Schritte werden erste Symptome auftreten. Es bildet sich eine Schwellung im Knie, was die Bewegungsfreiheit einschränkt. Das Gelenk lässt sich so nicht mehr komplett strecken.

Akute Schmerzen stellen sich ein, die zunächst wieder verschwinden und bei weiterer Belastung erneut spürbar werden können. Langsam kann sich ein Bluterguss bilden.

Ist die Diagnose Kreuzbandriss erst einmal erfolgt und der erste Schock verdaut, gilt es den nächsten zu verarbeiten. Abermals schießen einem schlimme Gedanken durch den Kopf.

Kann ich je wieder auf den Fußball-Platz zurückkehren? Ist meine Karriere nun zu Ende?

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Lange Pause bei Kreuzbandriss unumgänglich

Leider ist ein Kreuzbandriss im Fußball keine Seltenheit, doch eines lässt sich aufgrund der Erfahrungen sagen:

Nein, die Karriere ist nicht vorbei! Zumindest nicht zwingend.

Klar ist jedoch, dass dir eine lange Pause bevorsteht. An Fußball ist zunächst nicht zu denken.

Die durchschnittliche Ausfallzeit im Profi-Fußball liegt gemäß den verfügbaren Daten bei acht Monaten. Im Amateur-Bereich dauert die Rekonvaleszenz aufgrund der oftmals weniger intensiven Reha entsprechend länger. Eine Heilungsdauer von bis zu einem Jahr ist keine Seltenheit.

In dieser mental und körperlich schwierigen Zeit wird es den ein oder anderen Rückschlag geben. Auch eine Operation ist bei jungen Menschen und Sportler*innen kaum zu umgehen, wenn du Deine Bewegungsfreiheit so gut wie möglich wiederherstellen willst. Dies gilt sowohl für den Amateur als auch für den Profi.


Was nun: Operation oder nicht?

„Eine konservative Rückkehr zum Fußball, also ohne OP, ist in den meisten Fällen ausgeschlossen“, sagt Professor Dr. Stefan Hinterwimmer (OrthoPlus München) in seinem Interview mit B42. Auf dem Gebiet der Kreuzbandverletzung im Fußball ist er ein renommierter Facharzt, mit dessen Hilfe es etliche Spitzensportler*innen wieder zurück auf den Platz geschafft haben.

Nichtsdestotrotz ist eine erfolgreiche Regeneration auch ohne einen operativen Eingriff denkbar. Es gibt Beispiele für konservative Behandlungsmethoden aus der Fußball-Bundesliga. 

Und gerade bei Amateur-Spieler*innen, die sich willentlich weniger Belastung aussetzen, ist eine OP womöglich nicht immer erforderlich. Letztendlich gibt es kein Patent-Rezept. Jede Kreuzbandverletzung ist sehr individuell und muss demnach für sich betrachtet werden.

Vielleicht gibt dir der Beitrag „Kreuzbandriss – OP oder konservative Behandlung?“ eine kleine Entscheidungshilfe.

Ausgiebige Reha ist das Wichtigste

Egal, zu welchem Entschluss du dich durchringen solltest, das Wichtigste ist eine intensive und disziplinierte Reha.

Geduld ist während dieser langen Pause ein essenzieller Faktor. Häufig erleiden betroffene Spieler*innen, die zu schnell zurückkehren, eine weitere Verletzung des Kreuzbandes.

Um dich in dieser langwierigen und beschwerlichen Zeit zu unterstützen, haben wir unseren Bereich Comebacktraining entwickelt. Damit kannst du jeden Tag per App an deinem Comeback arbeiten.

Zusammen mit Experten aus dem Leistungssport transportieren wir das Rehatraining der Profis in den Amateurbereich. Dieses Know-How haben wir für euch zusammengetragen und in einem Guide verpackt. Hier findest du viele Tipps, die bei folgenden Verletzungen des Kniegelenks hilfreich sein könnten:

  1. Riss des vorderen Kreuzbandes (ACL)

  2. Innenbandverletzung (MCL)

  3. Instabilitäten im Kniegelenk

  4. Meniskusverletzungen

  5. Distorsionen, Verdrehungen, Ergüsse, chronische Knorpelschädigungen


Was passiert bei einem Kreuzbandriss im Knie?

Natürlich ist die oberste Prämisse für Sportler*innen die Vermeidung schwerwiegender Verletzungen.

Aufgrund vieler Erfahrungen gibt es inzwischen etliche Trainingsmöglichkeiten Knieblessuren vorzubeugen. Eine Kreuzbandruptur wird häufig ohne direkten Kontakt zu Gegenspieler*innen verursacht.

„Das vordere Kreuzband ist die Struktur zur Stabilisierung des Knies gegen Verschiebung und Verdrehung. Bei einem Riss passiert dann genau das: gleichzeitige Verschiebung und Verdrehung. Meist ohne direkten Einfluss des Gegenspielers bei der Landung nach einem Sprung oder einer plötzlichen Richtungsänderung“, beschreibt Dr. Hinterwimmer bei B42.

Ist der Körper nicht ausreichend auf die schnellen und oft unerwarteten Bewegungen vorbereitet, kommt es häufig zu diesem Knall, zu diesem Knacken, das so nachhaltig ins Gedächtnis der Betroffenen eindringt.

Möglichkeiten zur Prävention

Um dieses schreckliche Gefühl gar nicht erst erfahren zu müssen, gibt es einige Anregungen und Tipps.

Ein entscheidender Baustein bei der Prävention ist das spezifische Training von Richtungswechseln.

Laut Statistik absolvieren Fußballspieler*innen etwa 700 Richtungswechsel pro Spiel. Eine verbesserte Agilität trägt daher entscheidend zur Vorbeugung schwerer Knieverletzungen bei.

Dabei gilt es zu beachten, dass du nicht nur die Beschleunigung trainierst, sondern vor allen Dingen das Abbremsen. Denn gerade hierbei müssen Knie-, Sprunggelenk und Hüfte große Kräfte aushalten. Die Gefahr der Überlastung steigt um ein Vielfaches.

Ausgewogenes Training ist übrigens auch in den ersten Tagen nach der Verletzung nicht zu vernachlässigen. Dies gilt sowohl bei einer Operation als auch bei einer konservativen Behandlung.

Denn: Je besser der Zustand der Muskulatur und des Sehnen-Band-Apparats ist, desto schneller verläuft auch die Rehabilitation.

Zudem ist ein orthopädischer Eingriff immer mit einem Verlust von Kraft und Funktionsfähigkeit verbunden, das Ausgangsniveau bestimmt maßgeblich den Zustand danach.

Was du dafür tun kannst, erfährst du im Beitrag „Prehabilitation“.


Du bist nicht allein!

Selbstverständlich ist auch die vorbildlichste Prävention keine Garantie, einen Kreuzbandriss zu vermeiden. Nicht umsonst zählt die Ruptur des vorderen Kreuzbandes im Knie zu den häufigsten schwerwiegenden Verletzungen im Fußball.

Das Risiko mindert eine gezielte Vorbeugung aber allemal. Sollte es trotzdem zum lauten Knall kommen, sei dir im Klaren:

Du bist nicht allein!

Viele Fachärztinnen und Physiotherapeutinnen haben sich auf derartige Blessuren spezialisiert. Die Erfahrungen im Bereich der Bänderverletzungen im Knie sind weitreichend. Eine vollständige Genesung ist zwar mühevoll, aber keineswegs ausgeschlossen.

Wir hoffen, dir hier einen kleinen Leitfaden an die Hand geben zu können, um in jeder Phase vor oder nach der Verletzung wichtige Tipps zu finden.

Be fearless. Be focused. B42

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