Wir grätschen weiter!

B42

02.11.2022 Lesezeit: 3 min

Wir grätschen weiter!
Gegen Rassismus und Diskriminierung im Amateursport.

Manche Aufgaben sind eine reine Sisyphos-Arbeit. Immer wieder beginnt man den Felsblock den Berg hinaufzuwälzen, immer wieder wähnt man sich kurz vor dem Gipfel und Ziel, bevor der Felsblock unerbittlich jedes Mal wieder ins Tal hinabrollt.

Gesellschaftliches Engagement im Sport ist häufig so eine Sisyphos-Arbeit. Man möchte meinen inzwischen hätte wirklich jede*r verstanden, dass Rassismus und Diskriminierung, weder in unserer Gesellschaft generell noch im Fußball im speziellen etwas zu suchen hat.

Nichtsdestotrotz werden wir regelmäßig eines Schlechteren belehrt. Leider.

Rassismus und Diskriminierung sind nach wie vor Teil des Amateurfußballs

„Hau den Bimbo um“. „Kanackenverein“. „Schwarze Perle“. „Schwuchtel“.

Rassistische und/oder diskriminierende Beleidigungen sind auf vielen Amateursportplätzen – und teilweise auch in den großen Profi-Stadien – trauriger Alltag. Ob Gegenspieler, Teamkollegen oder Zuschauer; die Kreativität der am Spielfeld anwesenden Personen ihre Mitmenschen zu beleidigen und diskreditieren ist beeindruckend und erschreckend zu gleich.

Die Beleidigungen fokussieren sich dabei vor allem auf offensichtliche Merkmale wie Hautfarbe, Herkunft und Sprache.

Während eine gewisse gegenseitige Antipathie und der subjektive Wille dieser Antipathie Ausdruck verleihen zu wollen, wohl in der Natur des Kontaktsports Fußball liegt und dementsprechend entschuldbar ist, sind ethnische Merkmale, Geschlecht und sexuelle Orientierung unentschuldbare Quellen und Basis von Diskriminierungen.

Wir grätschen seit 2018 „gegen Rechts“

Wir haben uns deshalb bereits 2018 dazu entschlossen eine Kampagne zu starten, mit der wir ein Zeichen gegen den Rassismus im Amateurfußball setzen wollen. Die „Grätsche gegen Rechts“ soll nicht nur auf die Problematik aufmerksam machen, sondern uns allen wieder mehr ins Bewusstsein rufen, dass wir aktiv etwas zu einer positiven Veränderung beitragen können.

Die DFL und der DFB und (und auch die UEFA) engagieren sich ebenfalls seit vielen Jahren und positionieren gegen Rassismus im Fußball. Rassismus ist allerdings kein Verbandsproblem und auch kein Fußballproblem. Es ist ein gesamtgesellschaftliches.

Und genau dort setzen wir seit Jahren an: an der Basis.

36 Bundesligavereine sind nicht viel. 25.000 Amateurclubs dagegen eine ganze Menge.

Seit 2018 haben sich zahlreiche Amateurvereine unserer Aktion angeschlossen und sich gemeinsam mit uns aktiv gegen Rassismus positioniert.

Unsere Mission und unser Engagement gegen Rassismus, das 2018 begann, geht auch 2022 noch weiter.

Unsere Mission:

Fast sieben Millionen Menschen sind in den deutschen Amateurvereinen organisiert, deutlich mehr begeistern sich deutschlandweit für diesen Sport. Lass uns zusammen den Hetzern, die heute noch mit Wörtern wie „Bimbo“ und „Kanackensau“ um sich werfen, deutlich machen, dass sie nichts mit uns gemeinsam haben.

Der Fußball hat in den letzten Jahren in diesem Bereich unglaubliche Beiträge geleistet und vielen jungen Menschen Hoffnung gegeben. Die Integration von Geflüchteten in die Amateurvereine hat vor einigen Jahren bereits dazu beigetragen, Berührungsängste abzubauen und die Menschen Anschluss finden lassen.

Das Training und die neunzig Minuten auf dem Fußballplatz, in der unser Sport eine gemeinsame Sprache darstellt, sind ein guter Anfang, um Vorurteilen entgegenzuwirken und ein „Team“ zu werden. Egal in welchem Land wir geboren wurden, welche Sprache wir sprechen und unabhängig von unserer Hautfarbe.

„Grätsche gegen Rechts“ - Die Antirassistische Fußballinitiative by B42

Dafür gehen wir jetzt direkt auf die jungen Menschen hier in Deutschland zu. Gemeinsam mit dem TSV München-Ost und der Initiative buntkicktgut veranstalten wir das erste „Grätsche gegen Rechts Aktionsturnier“.

Mit jungen Fußballer*innen aus ganz München werden wir einen Tag lang Fußball spielen, Spaß haben und uns gemeinsam über Rassismus austauschen.

Über unsere Erfahrungen – die guten wie die schlechten –, unsere Verantwortung und was jede*r Einzelne von tagtäglich auf und neben dem Platz gegen Rassismus und Diskriminierung und eine integrative, offene und respektvolle Gesellschaft machen kann.

Unser Ziel ist Veränderung!

Eine Veränderung der Gedanken, die dabei helfen soll, die Mauer in den Köpfen verschwinden zu lassen.

Wir sind der festen Überzeugung, jede*r Athlet*in hat die Möglichkeit, durch Sport unsere Gesellschaft positiv zu verändern.

Wir müssen uns nur selbst hin und wieder daran erinnern, was wir gemeinsam erreichen können.

Im Fußball und darüber hinaus.

Be fearless. Be focused. B42.

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